Rathaus

Buch: Band I, Kapitel 2.2

Ammänner - Ortsvorsteher - Bürgermeister


Der erste bekannte Ammann ist Hans Benst. Im Jahr 1807 endet die Reihe der Ammänner mit Ammann Hans Joachim Holenstein. Siehe auch die in [LHB] aufgeführte Liste der Hofammänner. Zur Wahl der Ammänner siehe Gericht.

Es beginnt dann die Reihe der Ortsvorsteher mit Hans Bösch. Johann Baptist Fitz war sowohl Ammann Nr. 49, als auch Ortsvorsteher Nr. 2. Seit der Ernennung Lustenaus zur Marktgemeinde im Jahre 1902 führen die Ortsvorsteher den Titel Bürgermeister, letzter Ortsvorsteher und erster Bürgermeister war Eduard Hämmerle, Ortsvorsteher Nr. 15 und Bürgermeister Nr. 1.

In den nachfolgenden Listen sind die (nachweisbaren) Amtszeiten vermerkt, gegebenenfalls auch die zugehörige Nummer des Familieneintrags sowie Verwandtschaftsbezüge.


Ammänner

 

  1. Hans Benst, 1395. Er war 1438 Bürger von St. Gallen: Er heiratete die aus St. Gallen stammende Witwe des Uli Grabher von Lustenau, der das Bürgerrecht von Lindau erworben hatte. Lustenau stand schon 1444 im Bürgerrecht mit St. Gallen ([LHB], S 93).
  2. Rüdi Hagen, 1431; → ha2
  3. Frick Schwytzer, 1431; → Schwytzer. Er siegelte 1431 den Urteilspruch über die Unterhaltspflicht eines Weges von Heerbrugg ins Ried hinaus.
  4. Kuoni Scheffknecht, 1436 – 1438; → sc5. Er kam 1438 mit Hans Lächler, Jos Grabher und Hans Lew als Bürge für Hans Benst zu großem Schaden und ersuchte Michel von Ems und dessen Mutter um Hilfe. Michel stellte dem Benst, der sich dem Lustenauer Gerichte entzog, mit einigen Knechten nach, um den armen Lustenauern nach dem Rechte Genüge zu leisten.
  5. Heini Müller, 1441. Er vertrat die Lustenauer Gemeinderechte in einem Streite mit Bernang, das gegen den Verkauf von Lusterrauer Gemeindeland rotestierte, weil beide Gemeinden damals noch gemeinen Tratt zueinander und Zug und Wechsel miteinander hatten. Die Bernanger glaubten, daß ihre Hofleute, die in den Hof Lustenau zögen, durch solche Verkäufe an der gemeinen Tratt geschädigt würden. Die Lustenauer begründeten den Verkauf mit der Notwendigkeit, ihr übriges Gemeindeland dadurch zu retten.
  6. Hans Hagen, 1443 - 1444, 1447, 1451, 1459; → ha3. Vertreter der Gemeinde im Grenzstreit mit Dornbirn.
  7. Jos Schaitbach, 1462, 1464, 1470, 1472, 1496, 1498
  8. Heinrich Hagen, 1473 - 1477, 1481 - 1483, 1496; → ha4
  9. Hans Hagen, 1478 – 1480; → ha5
     
  10. Hans Bösch (Kouffel), 1488 - 1492, 1500 - 1510, 1512, 1530 – 1531; → bo2. Erstmals ein Bösch an der Spitze der Reichsgemeinde. Er nannte sich später Hans Böysch, genannt Köffel oder Köuffel und Koeffelin. Wir haben es hier mit einem der vielen, nun immer mehr in Schwung kommenden Lustenauer Vulgo- oder Spitznamen zu tun, die bei dem Heranwachsen starker Geschlechter eine Notwendigkeit wurden.
  11. Lienhard Hagen, 1511 – 1512; → ha6
  12. Magnus Grabher, 1514 - 1515, 1519, 1523; → gr5. Unter ihm wurden am 22. 4. 1515 die Grenzen zwischen Lustenau und Höchst-Fußach festgelegt und Streitigkeiten mit den rheinauischen Höfen wegen der Hofmarken und der alten Markgenossenschaft ausgetragen.
  13. Konrad Hemerlin, 1516 - 1518, 1521, 1526 - 1528, 1532, 1541 – 1547; → he4. Steuerte glücklich durch die Stürme des großen Bauernkrieges und durch die in der Ostschweiz einsetzenden Religionskämpfe. Er war gleichzeitig der Führer einer Schiffahrtsuntemehmung auf Rhein- und Bodensee, die nach ihm Hemmerlinrodgesellschaft genannt wurde.
  14. Ulrich Zoller, 1529 - 1530, 1537, 1548; → Zoller/10
  15. Peter Grabher, 1533 – 1535; → gr6
  16. Ulrich Geser, 1538 - 1539, 1541, 1554 – 1557; → ge6
  17. Bernhard Bösch, 1550 – 1551; → bo4
  18. Hans Alge, 1557 – 1559; → al7
  19. Thomas Geser, 1560 – 1590; → ge8. Erwies sich als ein so getreuer Diener seiner Landesherren, daß er sich vom 10. Juni 1560 an durch volle dreißig Jahre hindurch, bis 25. 9. 1590 ununterbrochen in Amt und Würden zu halten vermochte, ein Rekord, der von keinem seiner Nachfolger gebrochen wurde. Es wird leider nirgends berichtet, ob in dieser langen Zeit das Volk sein Wahl- bzw. Vorschlagsrecht regelmäßig ausgeübt hat.
     
  20. Magnus Hagen, 1593 - 1595, 1597 - 1600, 1602 - 1606, 1609; → ha10; Enkel von Nr. 11
  21. Jos Hemerlin, 1595 – 1597; → he9
  22. Georg Fitz, 1602, 1606, 1611 – 1613; → fi9
  23. Georg Hemerlin, 1614 - 1619, 1621 – 1623; → he10
  24. Hans Sperger, 1619 - 1621, 1623 - 1625, 1627 - 1629, 1632 - 1633, 1638, 1643 – 1645; → sp13; Enkel von Nr. 18
  25. Hans Hagen, 1625 - 1627, 1629 - 1632, 1636, 1641 - 1643, 1649 – 1653; → ha11; Sohn von Nr. 20, Schwager von Nr. 24
  26. Jakob Vogel, 1645 - 1649, 1653 – 1658; → vo24
  27. Magnus Hagen, 1658 – 1664; → ha14; Sohn von Nr. 20
  28. Magnus Bösch, 1664 - 1670, 1671 - 1681, 1685 – 1688; → bo50
  29. Peter Grabher, 1670 – 1671; → gr59
     
  30. Hans Hagen, 1671, 1689 – 1691; → ha18; Sohn von Nr. 25
  31. Gabriel Hagen, 1681 - 1685, 1688 - 1689, 1691 - 1693, 1695 - 1697, 1703 - 1705, 1710 – 1712; → ha21; Sohn von Nr. 25
  32. Hans Hemerlin, 1693 – 1695; → he61; Schwiegersohn von Nr. 24
  33. Michael Hagen, 1697 - 1703, 1705 – 1708; → ha20; Sohn von Nr. 27
  34. Augustin Hemerlin, 1708 - 1710, 1722 – 1724; → he89; Enkel von Nr. 23
  35. Jakob Hemerlin, 1712 – 1715; → he90; Enkel von Nr. 23
  36. Hans Hagen, 1715 – 1718; → ha29; Sohn von Nr. 30
  37. Hans Holenstein, 1718 – 1722; → ho31; Schwiegersohn von Nr. 31, von ihm stammen alle weiteren Holenstein'schen Ammänner ab
  38. Gabriel Holenstein, 1724 – 1735; → ho36; Sohn von Nr. 37
  39. Anton Hagen, Amtsverweser 1735 – 1738; → ha45; Sohn von Nr. 33
     
  40. Joachim Holenstein, 1738 - 1748, 1750 – 1761; → ho40; Sohn von Nr. 38
  41. Peter Paul Holenstein, 1748 - 1750, 1766 – 1767; → ho51; Sohn von Nr. 38
  42. Franz Anton Rietmann, 1761 – 1765; → ri53; Urenkel von Nr. 30
  43. Markus Fidel Holenstein, 1767 - 1776, 1781 – 1790; → ho66; Sohn von Nr. 40
  44. Josef Scheffknecht, 1776 – 1781; → sc50; Schwiegersohn von Nr. 41
  45. Peter Paul Holenstein, Amtsverweser 1790 – 1792; → ho80; Sohn von Nr. 41
  46. Franz Ignaz Holenstein, 1792 – 1796; → ho63; Sohn von Nr. 40
  47. Hans Georg Hemerlin, Amtsverweser 1796 – 1797; → he193; Urenkel von Nr. 32
  48. Hans Joachim Holenstein, 1799, 1802 – 1807; → ho88; letzter Ammann; Enkel von Nr. 40
  49. Johann Baptist Fitz, 1799 – 1802; → fi146
     

Ortsvorsteher

Der Ortsvorsteher wurde vom Gemeindeausschuß gewählt; dieser bestand aus zwölf Männern und wurde von den Steuerträgern gewählt. Ab 1861 bestand der Gemeindeausschuß aus 30 Mitgliedern, [VB1].

 

  1. Hans Bösch, 1807 – 1810; → bo250; erster Ortsvorsteher
  2. Johann Baptist Fitz, 1810 – 1816; → fi146; siehe Ammann Nr. 49
  3. Karl Benedikt Holenstein, 1816 – 1817; → ho127; Sohn von Ammann Nr. 48
  4. Josef Alois Bösch, 1817 – 1824; → bo274; Schwiegersohn von Ammann Nr. 46
  5. Josef Fitz, 1824 - 1827, 1834 – 1860; → fi169; Schwager von Nr. 3
  6. Josef Gebhard Fitz, 1828; → fi167; Sohn von Nr. 2
  7. Franz 'Ignaz' Hämmerle, 1828 – 1834; → he343; Schwager von Nr. 5
  8. Franz Josef Alge, 1860; → al157; Schwester ist Schwiegertochter von Nr. 5
  9. August Rupert Alge, 1860 - 1864, 1870 – 1882; → al178; Bruder von Nr. 8
     
  10. 'Josef' Gabriel Bösch, 1864 – 1870; → bo443; Enkel von Nr. 1
  11. Fridolin Hämmerle, 1882 – 1886; → he430; Ehefrau ist Enkelin von Nr. 5
  12. Engelbert Bösch, 1886 – 1889; → bo567
  13. Markus Bösch, 1889 – 1896; → bo554; Schwiegersohn von Nr. 8
  14. Eduard Alge, 1896 – 1899; → al254; Schwiegersohn von Nr.9
  15. Eduard Hämmerle, 1899 – 1902; → he641; letzter Ortsvorsteher und erster Bürgermeister; Ehefrau ist Enkelin von Nr. 6

Bürgermeister

 

  1. Eduard Hämmerle, 1902 – 1914; → he641; siehe Ortsvorsteher Nr. 15
  2. Albert Hämmerle, 1914 – 1919; → he687
  3. Josef Hollenstein, 1919 – 1927; → ho292
  4. Ferdinand Vetter, 1927 – 1929; → ve136
  5. Karl Bösch, 1929 – 1934; → bo554; Sohn von Ortsvorsteher Nr. 13. Rücktritt 1934 wegen schwerer nationalistischer Unruhen, in Lustenau wurden 26 Anschläge verübt. Der spätere Bürgermeister Josef Peintner wurde als Regierungskommissär eingesetzt, [VB1].
  6. Josef Peintner, 1934 – 1938; → Peintner
  7. Johann Grabher, 1938 – 1945; → gr760
  8. Ferdinand Jussel, 1945 – 1946; → ju30
  9. Josef Bösch, 1946 – 1960; → bo631; Ehefrau ist Enkelin von Ortsvorsteher Nr. 10.
     
  10. Robert Bösch, 1960 – 1982; → bo820
  11. Dieter Alge, 1982 – 1993
  12. Hans-Dieter Grabher, 1993 – 2010
  13. Dr. Kurt Fischer, 2010 -