Im Landtag empfing Landtagspräsident Gebhard Halder am Freitag, 7. Juli 2006, den Botschafter der Republik Indonesien, Triyono Wibowo. Er vertritt seit heuer sein Heimatland als Botschafter in Österreich. Im Mittelpunkt der Gespräche standen eine weitere Intensivierung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen und der aktuelle Stand nach dem letzten schweren Erdbeben vom Mai dieses Jahres.
Bereits vor 50 Jahren nahmen Indonesien und Österreich diplomatische Beziehungen auf. Die Kontakte beider Länder sind geprägt von einer erfolgreichen Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Industrie, Tourismus und Kultur. Die Beziehungen zwischen Österreich und Indonesien werden durch gemeinsame Projekte im Sinne des Kulturaustausches verfestigt. Etliche Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit österreichischen Schulen, Universitäten, Wirtschaftskammern und anderen Organisationen und Vereinen sollen das Interesse und auch das Verständnis Österreichs für die indonesische Kultur und die Menschen Indonesiens fördern.
Indonesien umfasst die fünf Hauptinseln Sumatra, Java, Sulawesi, Kalimantan (Großteil der Insel Borneo) und Irian Jaya (die westliche Hälfte der Insel Neu Guinea), sowie die allerorts bekannte Insel Bali und weitere 30 kleinere Archipel. Insgesamt zählt Indonesien 17,508 Inseln. 3000 dieser Inseln sind bewohnt und erstrecken sich über eine West-Ostlinie von 4828 km. Indonesien weist eine Fläche von 1.912.988 Quadratkilometer auf und hat 241.973.879 (Stand: Juli 2005). Noch unter japanischer Besatzung wurde am 17. August 1950 die Republik von Indonesien, ein einheitlicher Staat, offiziell ausgerufen und besteht als solcher bis zum heutigen Tag.
Das Bruttoinlandsprodukt Indonesiens lag im vergangenen Jahr bei etwa 196 Milliarden Euro. Im Jahr 2005 verzeichnete Indonesiens Wirtschaft mit einem Plus von 5,6 Prozent auch das höchste Wachstum seit der Asienkrise Mitte 1997. Die Exporte betrugen 67, die Importe 45,5 Mrd. US-Dollar.
Nach rückläufigen Jahren entwickelten sich ab 2004 die österreichischen Ausfuhren nach Indonesien recht erfreulich und stiegen um über 20 Prozent an. Im vergangenen Jahr konnte dieser Trend noch gesteigert werden und Österreich exportierte Waren um knapp 132 Millionen Euro. Etwa 380 österreichische Unternehmen sind derzeit in Indonesien ständig vertreten. Die wichtigsten Exportwaren sind elektrische Ausrüstungen, Waren aus Papier und Pappe, und organische Chemikalien. Indonesien hingegen importiert insbesondere Bekleidung, elektrische Ausrüstung, Schuhe, Möbel und Kautschukwaren nach Österreich. Österreich bezog im vergangenen Jahr Waren aus Indonesien im Gegenwert von über 158 Millionen Euro.
Am 26. Dezember 2004 wurde Indonesien vom Tsunami getroffen. Ein Seebeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala löste eine gigantische Flutwelle aus, die von Indonesien, Thailand, Sri Lanka, Indien, Malediven, bis Kenia und Somalia schwere Verwüstungen an den Küstengebieten auslöste. Obwohl schon nach wenigen Stunden klar war, dass Gebiete und Staaten in einem Maß betroffen waren, wie es bisher noch nie passiert war, wurden die tatsächlichen Opferzahlen und Schadensausmaße erst Wochen später abschätzbar. Allein in Indonesien waren über 120.000 Todesopfer zu beklagen. Umgehend setzte weltweit eine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Auch Vorarlberg stellte Einsatzkräfte und finanzielle Soforthilfe zur Verfügung. Am 27. Mai 2006 wurde Indonesien erneut von einem katastrophalen Beben erschüttert. Ein Seebebender Stärke 6,2 ereignete sich vor der Küste Javas und richtete verheerenden Schaden an.