Landtagspräsident Halder mit den Referenten der
Landtagsenquete "Armut und Armutsverhinderung"
Bregenz 01.12.2006
„Armutsgefährdete werden in der öffentlichen Diskussion meist schon als Arme eingestuft. Hier ist ein sorgsamer Umgang mit dem Begriff Armut notwendig. So stellen etwa die Sozialhilfe und die Wohnbeihilfe bei uns im Land wirksame Maßnahmen zur Verhinderung von Armut dar.“ Es sei ein Armutszeugnis, wenn gerade der Reichtum einer Wohlstandsgesellschaft, nämlich die Kinder, zur Armutsfalle würden. Allein schon deshalb sei dem Problem der Armutsbekämpfung höchste Priorität einzuräumen. Halder sprach auch die „emotionale Armut“ an: „Fehlende Ansprache, Vereinsamung oder das Fehlen emotionaler Bindungen sind auch Armutszeichen der heute oft verbreiteten Ich-Gesellschaft.“
Mehr Unterstützung für Alleinerziehende und Mehrkinderfamilien
Landesrätin Greti Schmid: "Unser Bestreben ist es, aktiv durch unterschiedlichste Maßnahmen in der Armutsprävention noch stärker tätig zu sein. Speziell Alleinerziehende und Mehrkindfamilien brauchen noch mehr Unterstützung." Durch eine Expertengruppe sollen die Indikatoren für Armut und Armutsgefährdung festgelegt und beobachtet werden, wobei ein besonderes Augenmerk der Familienarmut zukommt. Parallel dazu sollen lt. LR Schmid unter anderem in den Bereichen Bildung und Arbeit, bei gezielten Arbeitsprojekten, der Weiterentwicklung der Kinder- und Schülerbetreuung sowie bei Familienzuschuss, Wohnbeihilfe und Sozialhilfe weitere Maßnahmen gesetzt werden, um die Armutsgefährdung zu verringern.
Evelyn Dawid vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Institut für Sozialpolitik der Wirtschaftsuniversität Wien, Projektmitarbeiterin der Studie zur „Bestandsaufnahme der Leistungen sozialer Dienste in der Vermeidung und Bekämpfung von Armut in Österreich“, informierte aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus über die „Leistungen und Lücken sozialer Dienste in der Armutsbekämpfung“.
Hans Steiner, im Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz tätig und dort verantwortlich für die Koordination und Redaktion des „nationalen Aktionsplanes für soziale Eingliederung“, befasste sich mit „Armutsrisiken in Österreich auf Basis der EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen“.
Wolfgang Mazal vom Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien und Leiter des Österreichischen Instituts für Familienforschung beschäftigte sich in seinem Referat mit „Rechtlichen Überlegungen zur Absicherung gegen Armut“. Seine umfangreiche Lehr- und Forschungstätigkeit in Fragen des Arbeitsrechts, des Sozialrechts und des Medizinrechts brachte wertvolle Anregungen von legistischer Seite.
In einer abschließenden Diskussion bezogen Stefan Allgäuer vom Institut für Sozialdienste, Peter Klinger von der Caritas Vorarlberg und Christoph Hackspiel vom Vorarlberger Kinderdorf als Vertreter der freien Wohlfahrtsträger Stellung.
Die Referate stehen Ihnen unten als Downloads zur Verfügung.
Download:
Referat Mag. Steiner Landtagsenquete 01.12.2006 (86 kB)
Referat Dr. Dawid Landtagsenquete 01.12.2006 (90 kB)
Referat Dr. Mazal Landtagsenquete 01.12.2006 (216 kB)
Die erforderlichen Programme zum Anzeigen und Abspielen finden Sie hier: Download Programme